Bielefelder Foodtrucks

Von der Hand in den Mund

Wagenluke auf und schon kann’s losgehen Die mobilen Gourmet-Imbisse – allein in New York gibt es 3.000 – boomen auch hierzulande. 500 gibt es mittlerweile bundesweit. Auch die Bielefelder haben Appetit auf die kreative wie frische Küche der Foodtrucker. Sie sorgen auf Streetfood-Festivals, Großevents, an festen Standorten oder auf privaten Events für Gaumenfreuden: von der Hand in den Mund. Fast Food ja, aber auf keinen Fall irgendwas.

 

Jil Bohla

Heart & Taste

Handgemacht, vegetarisch und vegan. Das Konzept von Heart & Taste ist klar definiert, doch zu den Kunden zählen bei weitem nicht nur Vegetarier und Veganer. „70 Prozent meiner Kunden essen sonst durchaus auch Fleisch“, weiß Jil Bohla, die sich darüber freut, dass ihr Burger-Bratling aus Linsen, der übrigens mehr Proteine hat als einer aus Rindfleisch, auch bei Männern gut ankommt. „Das liegt daran, dass er so schön kross ist“, ist die Foodtruckerin überzeugt.

Vor zwei Jahren hatte sie die Idee sich mit einem Foodtruck selbständig zu machen. „Im Jahr darauf habe ich geplant und bin seit Anfang Dezember 2016 mit meinem Foodtruck unterwegs“, erzählt Jil Bohla, die Tourismus und Freizeitmanagement studiert hat, aber sich nicht vorstellen konnte, ihr Leben am Schreibtisch zu verbringen. Stattdessen brachte sie ihre Idee mit einem klaren Konzept zum Rollen. „Ich habe in Berlin und Hamburg gelebt. Dort ist Streetfood schon seit längerem hip und Foodtrucks sind viel stärker vertreten als hier in der Region“, betont Jil Bohla, die schon immer begeistert gekocht hat und während ihres Studiums in der Gastronomie arbeitete. „Ich habe Bratwürstchen & Co. zubereitet“, sagt sie schmunzelnd. Heute bietet sie dem Trend nach Foodtrucks und der Nachfrage nach vegetarischen und veganen Gerichten mit Heart & Taste eine Heimat. „Als Vegetarierin und inzwischen Veganerin weiß ich wie rar gesät kulinarische Alternativen in der Region sind“, so die gebürtige Bad Oeynhauserin.

Zwei unterschiedliche Burger mit einem krossen Bratling aus Linsen, Falafel-Wraps und Pommes aus Süßkartoffeln bietet die Gastronomin an. Neben frisch und herzhaft kann Jil Bohla aber auch süß und bietet ihren Kunden leckeren Kuchen und Kekse an. Dienstags steht ihr Foodtruck an der Stieghorster Straße bei der Telekom, mittwochs ist sie an der Orangenkiste beim Edeka Niehoff zu finden. „Jeden ersten Donnerstag bin ich dann auf dem Abendmarkt in Bad Oeynhausen vertreten“, so Jil Bohla, die am Wochenende auf Festivals und Events mit Herzblut und viel Geschmack ihrem Namen alle Ehre macht.

www.heartandtaste.de

 

Lukas Kopec und Benjamin Hoops

Vergessmeinnicht

Der Radius des Foodtrucks beschränkt sich nicht nur auf Bielefeld. Lukas Kopec und Benjamin Hoops sind mit Vergessmeinnicht im Umkreis von 350 Kilometern unterwegs. „Aber selbstverständlich sind wir als Bielefelder ganz besonders gern in unserer Heimatstadt“, sagt Lukas Kopec nicht nur mit Blick auf viele Freunde, die dann bei ihrem Foodtruck Halt machen. Mit ihrem Foodtruck – einem einem 24 Jahre alten Mannschaftsbulli der Leipziger Polizei, der schon bei vielen Fußballspielen zum Einsatz kam und komplett auseinandergenommen heute als Foodtruck auf Streetfoodmärkten Station macht – sind die beiden an den Wochenenden unterwegs. „Für uns ist der Foodtruck Hobby. Wir arbeiten in unseren Berufen“, sagt Lukas Kopec. Er hat BWL studiert, Benjamin Hoops ist Dipl.-Wirtschaftsjurist. In der Gastronomie sind die beiden Hobbyköche allerdings seit mehr als zehn Jahren zuhause.

Das Duo, das gern kocht, hat vieles ausprobiert, bevor es sich entschieden hat Lángos zuzubereiten. „Wir wollten etwas anderes anbieten als Burger und natürlich sollte es schnell, handgemacht und hochwertig aus der Hand gegessen werden“, erklärt das Duo die Kriterien. Die Spezialität der ungarischen Küche basiert auf einem Hefeteig, den die beiden Foodtrucker frittieren. „Er ähnelt einem Flammkuchen geht aber auf wie ein Berliner“, so Lukas Kopec. Vergessmeinnicht serviert ihn in vier unterschiedlichen Varianten. Für alle, die es süß mögen mit einem Apfel-Birnen-Kompott mit Zimt und Zucker. Drei herzhafte Variationen mit Pastrami oder Parmaschinken, vegetarisch mit Tomate, Rucola und Parmesan oder vegan mit Knoblauchöl und Pest. Genuss direkt aus dem Wagen.

https://de-de.facebook.com/vergessmeinnicht

 

Hassan Mimouni

Foodtruck Ferdinand

„Gutes Essen schnell serviert“ oder kurz und knapp „fast good food“. Unter diesem Credo steht der Foodtruck Ferdinand von Hassan Mimouni. Mit dem Foodtruck, der nach dem großen wie schwergewichtigen französischen Koch benannt ist – dem „Gott der Küche Frankreichs“, bei dem auch Paul Bocuse sein Handwerk gelernt hat – möchte der Gastronom des Thumel an dessen Philosophie des guten Essens anknüpfen. „Fernand Point steht nicht nur für die Nouvelle Cuisine. Auch die Kunst ein Spiegelei perfekt zuzubereiten, ist fest mit Fernand Point verbunden“, erzählt Hassan Mimouni, der sich durchaus vorstellen könnte ein solches im Foodtruck zuzubereiten. Neben der Qualität der Produkte und dem Anspruch diese im Foodtruck möglichst unkompliziert zubereiten zu können, ist es immer die Tradition guter Küche, die Hassan Mimouni in den Fokus rücken möchte. „Ich kann mir vorstellen eine köstliche Tajine ebenso zu servieren wie eine leckere Merguez“, betont er. Im Mai soll der offizielle Startschuss für den Foodtruck Ferdinand fallen. Ein großer umgebauter Vario, der seinem Namensgeber alle Ehre macht und demnächst in Anlehnung an das Dabbawla-Prinzip – in indischen Mumbai wird das Mittagessen in Dabbas, die an einen Henkelmann erinnern, zu den Büroangestellten gebracht – seine Runden drehen soll.

Premiere feierte der Foodtruck Ferdinand bereits jetzt auf einem privaten Flohmarkt. „Ich fand die Idee sehr sympathisch“, sagt Hassan Mimouni, der den Foodtruck auch für außergewöhnliche Veranstaltungen zur Verfügung stellt. „Er könnte bei Co-Working Spaces in Bielefeld ebenso zum Einsatz kommen wie bei einem Firmenevent, wo die Chefs das Essen zubereiten“, erklärt der Bielefelder Gastronom, der für viele Ideen offen ist und die Geschichten hinter den Events spannend findet.“ Zweifellos besitzt dieser Aspekt auch für den Foodtruck Ferdinand Gültigkeit.

 

Dejan Solic

Philly & Patty

Hamburger, Cheeseburger, Gourmetburger – Dejan Solic macht mit hochwertigen Burgern Appetit auf den „American Way of Life“. Der ausgebildete Restaurantfachmann ist in der Gastronomie aufgewachsen. Seit 2016 heißt sein gastronomischer Heimathafen Philly & Patty. Mobil, flexibel ist der Foodtruck mal hier, mal da. An den Wochenenden ist Dejan Solic mit seinem Foodtruck im Umkreis von 150 Kilometern unterwegs. Auf Streetfoodmärkten und –festivals. „In Bielefeld bin ich sowohl im letzten als auch in diesem Jahr auf dem Streetfoodmarket im Ringlokschuppen dabei“, erklärt Dejan Solic, der nach einem Jahr Vorbereitungszeit seinen Traum von der Selbständigkeit mit dem Foodtruck realisierte. Sein Truck, ein ehemaliger Bäckerwagen, ist seine rollende Küche. Schwarz lackiert und mit roten Flammen verziert, wurde aus dem Renault ein trendiger Foodtruck. Dass der Arbeitsradius auf rund vier Quadratmeter begrenzt ist, ist für Dejan Solic, der mit seinem Foodtruck auch für private Veranstaltungen gebucht werden kann, kein Problem.

Immer donnerstags können sich die Bielefelder beim Edeka Niebuhr an der Langen Straße Burger aus dem Foodtruck schmecken lassen. „Das Besondere an meinen Burgern wie dem Philly Cheese Steak Sandwich lässt sich ganz einfach auf den Punkt bringen“, unterstreicht der Bielefelder. „Frisches Fleisch von einem Bielefelder Schlachter für die handgemachten Pattys, guter Käse und erstklassige Bäckerbrötchen – ebenfalls aus der Region.“ Dazu gesellen sich knackiger Salat, Tomaten und Gurken. Regionalität und Qualitätsbewusstsein sind für den Foodtrucker, der mit viel Gefühl seine Burger in die Höhe stapelt, das Aushängeschild. Der Favorit der Kunden ist übrigens der Cheeseburger.

www.philly-patty.com

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