Clean Eating

Saubere Sache?

Und wieder ein neuer Ernährungstrend. Aber ist die Idee hinter Clean Eating – damit ist übrigens nicht sauberes Essen gemeint – eigentlich tatsächlich neu? Wer „sauber“ isst, verzichtet auf Zusatzstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Fertiggerichte, Fast Food und ganz generell auf hochgradig verarbeitete Lebensmittel.

Eigentlich ist alles wie früher. Alles wird frisch und selbst gekocht. Dabei wandern vor allem Obst und Gemüse in den Einkaufskorb. Dazu kommen Vollkorn, Nüsse, pflanzliche Fette und mageres Fleisch. Saucen, Dips und Co. werden ebenfalls ohne die kleinen Helfer aus der Tüte oder dem Glas gefertigt. Dahinter steckt, dass Fertigprodukte häufig viel Salz, Zucker und andere Dickmacher enthalten bzw. Inhaltsstoffe, die der Gesundheit nicht förderlich sind.

Clean Eating ist also der Schritt zurück zu Omas Küche, die eben nicht mit Farben und Geschmack aus dem Reagenzglas gekocht hat. Dabei gehört es zum Ernährungskonzept, die Zutaten für die Gerichte saisonal und regional zu wählen. Oma ging dazu in den Garten oder zum benachbarten Bauern und wir stehen heute auf dem Markt, dem Bio-Laden oder auch dem Supermarkt vor der Qual der Wahl. Es gilt, sich vollwertig und naturbelassen zu ernähren und dabei Weißmehl, Salz, tierische Fette oder Industriezucker zu meiden.

Wer sich mit Clean Eating beschäftigt, stößt früher oder später auf Quinoa. Der Pflanzensamen gilt als guter Getreideersatz, obwohl er botanisch gesehen kein Getreide ist, sondern vielmehr mit Spinat, Roter Beete und Mangold verwandt ist. Die etwa hirsegroßen Samen können wie Reis gekocht oder zu Bratlingen und Aufläufen verarbeitet werden. Inzwischen gibt es auch Quinoa-Mehl und -flocken zu kaufen, aus denen sich Pfannkuchen, Brot und Gebäck zubereiten oder die Haferflocken im morgendlichen Müsli ersetzen lassen. Und Quinoa enthält viele wichtige Mineralstoffe und Vitamine.

Beim Clean Eating steht der Gesundheitsaspekt ganz oben auf der Liste. Wer sich clean ernährt, trinkt mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag. Abwechslung bietet ungesüßter Tee. Wichtig ist das tägliche Frühstück, damit man voller Energie in den Tag starten kann. Insgesamt fünf bis sechs Mahlzeiten sollten es über den Tag verteilt sein. So bleibt der Heißhunger aus und der Stoffwechsel aktiv. Und der Ernährungsplan sollte gute Fette – z. B. aus Nüssen oder Kokosöl – langsam verdauliche Kohlenhydrate, wie beispielweise Haferflocken oder Quinoa, und wertvolle Proteine sowie frisches Obst und Gemüse enthalten.

Das Ernährungskonzept Clean Eating, das dem kanadischen Fitness-Model Tosca Reno zugeschrieben wird, ist also nicht bahnbrechend neu. Es ist eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Kochens – garniert mit einigen trendigen Akzenten. Clean Eating ist industriekritisch, integriert Smoothies und würzt mit Exoten aus der asiatischen Küche. Also, doch nicht ganz so wie bei Oma.

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