Viva las Tapas!

Uns geht’s olé

Was gibt es Schöneres als ein reich gedeckter Tisch voller mediterraner Köstlichkeiten. Oliven in verschiedenen Variationen, duftende Tomaten, Ziegenkäse, kleine Tortilla-Stückchen, frisches Weißbrot mit Paprika-Pancetta oder Aioli, Avocado-Krabben, Melone mit Serrano-Schinken und noch vieles mehr. Die Tapas werden – egal ob warm oder kalt – stets liebevoll angerichtet, denn schließlich isst das Auge mit. Dazu ein passender Wein und das spanische Vorspiel kann beginnen.

So kann man es gut aushalten. Gemütlich mit Freunden am Tisch sitzen, quatschen, lachen, essen und das Leben genießen. Tapas sind nicht „nur“ einfach kleine Köstlichkeiten, sondern auch Ausdruck des mediterranen Lebensgefühls. Man nimmt sich Zeit und lässt dabei die Seele baumeln. Die Spanier machen es uns vor: Die Tapas-Bars füllen sich ab etwa 19 Uhr. So läuten die Menschen den Feierabend ein und lassen den Stress des Tages einfach hinter sich.

Woher die kulinarischen Leckereien kommen, ist übrigens nicht bekannt. Vielleicht stammt der Name daher, dass man früher Brot über die Gläser legte, damit keine störenden Fliegen mitnaschen, denn „tapa“ ist das spanische Wort für „Deckel“. Wahrscheinlich wurde dieser Teil der spanischen Ess-Kultur von den Mauren beeinflusst. Denn in arabischen Restaurants ist es Brauch, vor dem Hauptgericht Appetithäppchen – die „Mezze“ – zu servieren. Und immerhin verbrachten die von den Arabern missionierten und zum Islam konvertierten nordafrikanischen Berberstämme über 700 Jahre auf der iberischen Halbinsel und wurden erst 1492 im Zuge der „Rückeroberung“ vertrieben. So sind die Einflüsse der Mauren nicht nur bei der Architektur zu finden: Kreuzkümmel, Safran, Zimt und Muskatnuss hielten Einzug in die spanische Küche, wie auch Zuckerrohr, Reis, Auberginen, Spinat, Artischocken, Spargel, Aprikosen, Bananen, Orangen, Limonen, Zitronen oder Datteln. Und ganz sicher eine Bereicherung für die kulinarische Landschaft.

Wer meint Tapas gäbe es nur im Urlaub, der hat die Tapas-Vielfalt der Bielefelder Gastronomie noch nicht entdeckt.

Etwas versteckt in der Siechenmarschstraße verspricht Strada no. 4 einen Hauch von Pariser Bohème im Bielefelder Westen. Das klingt nun erst mal sehr französisch, ist aber vorwiegend mediterran inspiriert. Und so findet der Gast in liebevoll und urig eingerichteten Räumlichkeiten auch eine richtig tolle Tapas-Auswahl – klassisch, vegetarisch oder di mare. Immer frisch und mit ausgewählten Zutaten. Dazu einen guten Tropfen und man wähnt sich mitten in Südeuropa. In Anlehnung an das legendäre „le chat noir“ in Paris legen die engagierten Betreiber besonderen Wert auf eine ungezwungene Atmosphäre à la laissez-faire und laissez-passer.

Wie auch in der Bielefelder Altstadt bei Jivino. Rustikales Holzmobiliar vor weißgetünchten Wänden und passenden Deko-Elementen sorgen für stimmungsvolles mediterranes Flair. Der kleine Innenhof erinnert an die die verwickelten Gassen im Süden. Ein schönes Stück Urlaub. Und Jimmi Catsanos bietet die ganze Bandbreite an raffinierten Kleinigkeiten: vegetarisch bis vegan, zart Geschmortes und Kurzgegrilltes, Fisch oder Fleisch und erlesene Tropfen gibt’s bei Jivino.

Unschwer zu erraten, was bei Las Tapas in der Arndtstraßen auf dem Programm steht: kalte Tapas, warme Tapas, gemischte Wurstplatte und warme Fisch-Tapas. Hier hat man die volle Auswahl.

Vor den Toren der Innenstadt, an der Jöllenbecker Straße, wartet das Tapas-Restaurant Rioja mit einem ungewöhnlichen Bestellsystem auf. Auf jedem Tisch dient eine Schiefertafel als Bestellzettel. Hier schreibt der Gast einfach selbst die Nummern der gewünschten Speisen auf. So hat man eine echte Chance auf sechs Richtige im Tapas-Lotto.

Gelegen in einem der ältesten Gebäude Bielefelds, im Theater am alten Markt, lädt die Lorca Tapas Bar zu den Klassikern der iberischen Küche ein: kleine, raffiniert und frisch zubereitete Finger-Food-Spezialitäten, hergestellt aus Salat, Fleisch, Fisch, Gemüse und serviert mit verschiedenen Saucen und Beilagen.

Am Oberntorwall bietet das Café Tropical neben spanischen auch lateinamerikanische Spezialitäten. Dazu selbstverständlich gute Weine, leckere Cocktails und ausgesuchte Longdrinks. Nicht selten wird hier bis spät in die Nacht gefeiert.

Umgezogen ist das Colón von der Gerichts- in die Lerchenstaße – leckere Tapas gibt’s weiterhin, wie beispielsweise Boquerones, das sind frittierte oder marinierte Sardellen, Kartoffelwürfel mit Aioli oder Paprika, aber auch Paella oder mexikanische Burritos stehen auf der Karte.

Und auch die Griechen sind Meister der kleinen Leckereien, die Mezedes genannt werden. In Bielefeld sind sie beispielsweise im Café Nio am Rathaus zu haben. Hier werden die Gäste mit gebratenem Gemüse, Scampi, Feta oder Zucchinipuffer verwöhnt. Ab November übrigens unter neuem Namen: TaverNio Grec Wine Bar. Mit im Boot ist dann Aris Mesimeris, bekannt aus der Bar Centrale.

An der Stapenhorststraße – unmittelbar vor der Alm – kredenzt das sympathische Team von Rempetiko kleine Köstlichkeiten. Ideal für vor oder nach dem Spiel der Arminia. Rempetiko ist ein griechischer Musikstil, der häufig als griechischer Blues bezeichnet wird. Aber bei so gutem Essen in netter Gesellschaft verfliegen die kleinen Sorgen ganz sicher sehr schnell.

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