Kulinarische Gruppenphase

Kleine WM-Gastro-Kunde

Wer meint, die Vorrunde der WM in Russland sei für das deutsche Team um unseren Bundes-Jogi nur ein Appetizer, der sollte sich nicht täuschen. Mit Mexiko, Schweden und Südkorea stehen für die „Mannschaft“ Gegner auf der Speisekarte, die es erst mal zu schlagen gilt (Okay, 5 Euro ins Phrasenschwein …). Apropos Speisen: Wir haben uns mal umgesehen, was bei den Fans unserer Gegner so alles Leckeres auf den Tisch kommt.

Bunt und scharf – so präsentiert sich die mexikanische Küche. Und wahrscheinlich wird das mexikanische Team vor ihrem Spiel gegen Deutschland nicht ihr Nationalgericht verspeisen, denn Mole Poblano ist kalorienmäßig wahrlich kein Leichtgewicht. Hierbei wird Truthahn- oder Hühnchenfleisch mit einer speziellen, namensgebenden Sauce aus Chili, verschiedenen Gewürzen und etwas Schokolade begossen. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber gut. Ebenso wie die vegetarische Quesadilla, eine Tortilla mit eingebackenem Käse. Tacos sind übrigens kleine – meist mit Fleisch gefüllten – Tortillas, die traditionell mit feurig-scharfen Saucen aus der Hand gegessen werden. Apropos mit der Hand essen: Darauf hat sich auch Ehab Tanus, Besitzer des Jalapeño in Bielefeld zur WM eingestellt. Da man sich ja auf das Spiel konzentrieren möchte, empfiehlt er die hausgemachten Nachos mit diversen Dips, wie Salsa oder Aioli. „Die Dips machen wir selbst aus ganz frischen Zutaten“, so Ehab Tanus. „Besonders beliebt ist die Variante Tomate, Mandel und Schmand. Für das Aioli nehmen wir übrigens keine Mayonnaise, sondern Schmand, weil es viel weniger Fett hat.“ Ideal für einen Fernseh-Fußball- Abend – egal ob im Restaurant oder zu Hause – sind also Nachos oder auch bereits zuvor zubereitete Burritos. Dazu passt ein weiterer Klassiker der mexikanischen Küche: die Guacamole. Sie wird aus Avocados, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chilis zubereitet. Dazu ein kühles Bier (Sol, Dos Equis, Corona oder Desperados – erfrischt mit einem Schnitzer Zitrone ungemein) und anschließend einen Tequila. Aber vorsicht: Der Branntwein aus vergorenem Agavensaft hat es in sich. Wer in Bielefeld Mexiko kulinarisch kennen lernen möchte, dem seien neben dem Jalapeño beispielsweise Mexim's oder Pepper's ans Herz gelegt.

 

Auch wenn Tacos vielleicht das heimliche Nationalgericht der jüngeren schwedischen Generation sind, so haben die Skandinavier selbstverständlich auch ihre eigenen Spezialitäten. Am bekanntesten sind vielleicht die Köttbullar, die es im hinlänglich bekannten Möbelhaus gibt, und die mit Preiselbeermarmelade und Kartoffeln serviert werden. Schwedisches Essen lässt sich vielleicht am besten mit dem Begriff Hausmannskost bezeichnen, mit viel Fisch, Wild und Gemüse. Elch steht genauso auf dem Programm wie Hering oder Lachs in unterschiedlichsten Variationen. Bei Surströmming scheiden sich allerdings die Geister: Für die einen ist der fettarme Hering, der mehrere Monate in einer Salzlake vor sich hinfault eine Delikatesse, während andere – auch ob des Gestanks – lieber schnellsten Reißaus nehmen. Auf jeden Fall gehört anschließend ein Schnaps getrunken. Apropos: Wodka – gern eiskalt – erfreut sich bei den Schweden ungebrochener Beliebtheit, obwohl Alkohol vergleichsweise teuer ist. Und es wird viel Kaffee getrunken. Nicht immer gibt es dazu etwas Süßes, obwohl unsere nordischen Nachbarn große Naschkatzen sind: Möhrenkuchen, saftiger Schokoladenkuchen oder -kugeln, Prinzessinnentorte, Gebäck mit Marzipan oder die aus jedem Schweden-Krimi bekannten Zimtschnecken.

 

Was für die Schweden die Kartoffeln, ist für die Koreaner der Reis: einfach unverzichtbar. Das überrascht in Asien jetzt nicht wirklich. Eine Besonderheit der koreanischen Küche ist Kimchi. Da hat jede Region, jede Hausfrau ihr eigenes Rezept. Das milchsauer vergorene Gemüse – meist Chinakohl oder Rettich –, das zunächst in Salz ziehen muss, wird anschließend gewaschen und mit Chili, Knoblauch, Ingwer, koreanischer Fischsauce und einer Miso-Paste gewürzt. Das meist recht scharfe Kimchi – übrigens eine wahre Vitamin-Bombe und entfernt mit unserem Sauerkraut vergleichbar – wird solo, mit Reis oder als Beilage gegessen. Zum Beispiel zu oder in den vielen Suppen, die in Korea so beliebt sind. Zu der Schärfe des Essens passt ein Bier ganz prima. Wie auch zu feurig angebratenen Glasnudeln mit viel Gemüse oder würzigen Rindfleischwürfel oder Schweinebauch. Und was dem Spanier seine Tapas, ist dem Koreaner sein Banchan. Viele kleine Schälchen kommen auf den Tisch: Sojabohnen in Sesamöl, gekochter Spinat mit Knoblauch und Sesam, Rettich, Gurken, Möhren, Auberginen, Pilze, Wurzeln, Knollen und natürlich Kimchi. Dazu gibt’s Reis und anschließend einen Soju, einen aus Reis und Kartoffeln hergestellten Branntwein. Neugierig auf Kimchi geworden? An der S-Bahn-Haltestelle der Uni Bielefeld betreiben Sung-Hwan Kim und Sung-Hee Yen ihre Korea Ess-Station – und bieten natürlich das Nationalgericht ihrer Heimat an. Hier bekommt man für kleines Geld einen tollen Einblick in die koreanische Küche.

 

Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft

17.6. Deutschland vs. Mexiko, 18 h

23.6. Deutschland vs. Schweden, 21 h

27.6. Südkorea vs. Deutschland, 17 h

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