SATT UND SELIG

SOULFOOD, AUF DAS KÖCHE IN DER WINTERZEIT SETZEN

Das kleine Glück liegt oft so nah: Wärmendes Soulfood vertreibt den Winterblues und erhellt die Stimmung. Salate und Rohkost dürfen jetzt einfach mal pausieren. Wir greifen lieber zu dampfenden Suppen, köstlichen Eintöpfen, spannend gewürztem Wintergemüse, aber auch gern zu fein Geschmortem und Gedämpftem. Im Herbst und Winter holen wir uns die Wärme lieber von innen. Einige Bielefelder Profis haben uns verraten, welches Soulfood bei Ihnen in der kalten Jahreszeit ganz oben auf der Liste steht. Und sie nicht nur satt, sondern selig macht.

Frederik Breipohl
Küchenchef

Kocherei

Definitiv richtig geilen Grünkohl mit Mettenden und Kohlwurst. Der runde Geschmack ergibt sich aus der perfekten Kombination aus Salzigkeit, Pikantheit und Wärme. Perfektes Soulfood. Aber genauso glücklich macht mich leckeres Landbrot mit Aufschnitt vom Metzger.

Francesco Scocozza
Küchenchef

La Fabbrica Divina

Natürlich hausgemachte, traditionell handgemachte Pasta. Mit Blick auf die Winterzeit gern mit Wildschwein- oder Hirschragout nach piemontesischer Art serviert. Das Ragout wird langsam mit unterschiedlichen Kräutern geschmort. Und zum Abschluss darf es etwas Süßes aus unserer Pasticceria sein. Das schmeckt – ob Pasticcini, Torte, Kuchen oder Gebäck – einfach nach Italien.

Alexandra & Jimmi Catsanos Inhaber samt Tochter
Médivino

Es darf in der kalten Jahreszeit durchaus deftig, aber fein sein: Brasato vom Iberico Nacken. Es ist für mich das gesündeste Fleisch Europas und schmeckt mit einer leckeren Portwein Rotweinsauce begleitet von Kartoffel-Rosmarin Stampf und Rosenkohl besonders gut. Echtes Soulfood, das die Seele wärmt und gut in die Jahreszeit passt.

Beatrix Bartsch-Hoffmann
Inhaberin & Köchin

Brackweder Hof

In der Winterzeit verwöhnen wir uns sonntags – dann haben wir Ruhetag – auch gern selbst und stärken uns für die Woche. Dann steht auch einmal zartrosa gebratener Rehrücken mit Preiselbeeren und Birne mit kräftiger Rotweinsoße und hausgemachten Spätzlen auf dem Tisch. Dazu einen kräftigen Burgunder oder Bordeaux. Und weil wir eine große Familie mit vielen Kindern sind, gibt es immer auch etwas Kindgerechtes: vor allem eine Schüssel Mousse au Chocolat zum Dessert.

Lars Reddemann
Küchenchef

numa

Ganz klar Grünkohl! Und zwar in den unterschiedlichsten Varianten. Ich mag ihn gern klassisch westfälisch, aber auch marokkanisch interpretiert mit einer gewissen Schärfe. Dann kommt Grünkohl in Begleitung von Salzzitronen, Ras el-Hanout, Knoblauch und Harissa daher. Eine indische Note erhält Grünkohl – das ist unser numa-Klassiker – wiederum durch Tamarinde, Ingwer, Knoblauch und Curryblätter oder einfach kurz angeschwitzt, in der Pfanne soutiert, und nicht ewig geschmort. So ist er nämlich auch sehr lecker und perfektes Soulfood.

FOTOS: privat, Corinna Bokermann

UMFRAGE: Corinna Bokermann

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