Genuss mit Zukunft

35 Jahre BIELEFELD geht aus – das sind 35 Jahre voller Entdeckungen, Lieblingsorte und Geschichten, die sich um gutes Essen, Gastlichkeit und das Zusammensein drehen. Und ein schöner Anlass, den Blick nach vorn zu richten. Denn Gastronomie ist immer auch in Bewegung: Sie verändert sich mit den Menschen, ihren Gewohnheiten und ihrer Stadt. Wie könnte sie also in Zukunft aussehen? Die Antworten darauf sind persönlich, vielfältig und voller Ideen. Sie erzählen von neuen Möglichkeiten, besonderen Orten und vor allem von dem Wunsch nach einer Gastronomie, die Persönlichkeit zeigt, Gastlichkeit lebt und Menschen zusammenbringt.

Was wünschen Sie sich für die Gastronomie der Zukunft – und was davon könnte schon morgen beginnen?

René Sygusch, Stadtblick Sparrenburg

Ich wünsche mir, dass das gastronomische Handwerk wieder mehr Wertschätzung erfährt und sich mehr junge Menschen für unsere Branche begeistern – mit modernen, attraktiven Arbeitsplätzen und echten Entwicklungsmöglichkeiten.

Denn egal, welche Aufgabe wir übernehmen: Wir können Menschen schon mit einem guten Kaffee oder einer freundlichen Begegnung ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Schon morgen können wir damit beginnen, diese Wertschätzung auch im Team zu leben, jungen Menschen etwas zuzutrauen und ihnen die Freude an unserem Beruf zu vermitteln.

Pastor Dr. Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

Gastronomie ist viel mehr als gutes Essen – sie bringt Menschen zusammen, macht Vielfalt erlebbar und schafft Gemeinschaft. Mein Wunsch für die Zukunft: Bielefeld geht aus – inklusiv und barrierefrei!

Die Neue Schmiede in Bethel zeigt schon heute, wie selbstverständlich das gelingen kann – und wie viel Lebensfreude entsteht, wenn alle gemeinsam genießen können!

Wo sehen Sie die Gastronomie von morgen?

Lukas Fleer, Heins speist

Ich wünsche mir, dass die Gastronomie von morgen wieder persönlicher wird. In einer Zeit, in der ein Restaurantbesuch und das Essen außer Haus zunehmend zu einem besonderen Event werden, sollte das im Mittelpunkt stehen, worum es in der Gastronomie schon immer ging: echte Gastlichkeit, Authentizität und ein Erlebnis, das zum jeweiligen Restaurant passt.

Gleichzeitig werden Nachhaltigkeit und Regionalität immer wichtiger. Fast Food hat seine Berechtigung, aber gerade für Restaurants sollte der bewusste Umgang mit Lebensmitteln, die Herkunft der Produkte und eine nachhaltige Arbeitsweise zunehmend in den Fokus rücken. Bei Heins speist steht Wohlfühlessen, wie man es von Oma kennt, hoch im Kurs. Wir möchten mit frischen, hochwertigen Zutaten und echtem handwerklichem Können Gerichte auf den Teller bringen, die vertraut sind, Erinnerungen wecken und einfach guttun. Dabei geht es nicht immer um große Inszenierungen, sondern vielmehr um ehrliches, gutes Essen, das mit Sorgfalt und Leidenschaft zubereitet wird.
Genauso wichtig ist ein aufmerksamer Service, der Gastlichkeit nicht nur vermittelt, sondern wirklich lebt. Gäste sollen sich willkommen fühlen, den Alltag für einen Moment vergessen und eine gute Zeit bei uns verbringen können.
Ein Restaurantbesuch wird auch in Zukunft für viele Menschen etwas Besonderes bleiben, das man sich bewusst gönnt und vielleicht nicht jeden Tag leistet. Umso wichtiger ist es, dass dieser Besuch mehr bietet als gutes Essen. Er sollte Balsam für die Seele sein – ein Stück Lebensqualität, das in Erinnerung bleibt.

Welcher Trend, welche Idee oder Entwicklung wird die Gastronomie in den kommenden Jahren positiv verändern?

Bernhard Grubmüller, Tomatissimo

Ich glaube, dass die Gastronomie vor allem durch Mut zu eigenständigen Konzepten und einer unverwechselbaren Handschrift gewinnt. Gastronomie die persönlich ist, unverwechselbar und sympathisch wird es immer geben.

Christina Végh, Direktorin Kunsthalle Bielefeld (Foto: Philipp Ottendörfer)

Eine Gastronomie, die von eigenen Ideen lebt, statt dass ein Trend dem nächsten folgt und Cafés und Restaurants sich immer ähnlicher sehen. Gutes Essen und Freundlichkeit stehen natürlich an oberster Stelle. Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Vielfalt und Mut zur Individualität – Orte, die ihren eigenen Charakter haben.

Dr. Lars Kruse, HSBI, Hochschulkommunikation (Foto: HSBI, Pollmeier)

Dass mehr Leute Interesse an vegetarischer und veganer Ernährung haben. Außerdem hoffe ich darauf, dass alkoholfreie Biere und Weine bald endlich ebenso gut schmecken wie ihre Verwandten mit „Umdrehungen“.

Wenn Sie Gastronomie neu denken dürften: Wie sähe Ihr persönlicher Lieblingsort zum Essen und Genießen in zehn Jahren aus?

Jasmin Wali, Mein Lieblingscafé

„Für mich war Gastronomie noch nie nur Essen und Trinken – es geht um das Gefühl, das ein Ort einem gibt. Mein Lieblingsort der Zukunft wäre deshalb einer, an dem man sich vom ersten Moment an willkommen fühlt, gerne länger bleibt als geplant und an den man immer wieder zurückkommen möchte. Denn egal, wie sich Trends verändern: Gute Gastronomie lebt für mich immer von Herzlichkeit, Persönlichkeit und echter Leidenschaft.“

Jan Heidemann, Hofbräu am alten Rathaus

Mein Lieblingsort zum Essen wird immer ein Restaurant sein, in dem sich alle willkommen fühlen: mit herzlicher Atmosphäre, gutem Essen und einem Platz für jeden. Ein Ort, an dem man gern zusammenkommt, genießt und einfach eine gute Zeit hat.

Wenn Sie Gastronomie neu denken dürften: Wie sähe Ihr persönlicher Lieblingsort zum Essen und Genießen in zehn Jahren aus?

Henrich Hardieck, Prokurist der WEGE

Mein Lieblingsort in 10 Jahren wäre ein Restaurant, das typisch Bielefeld ist: unkompliziert, offen und ohne viel Schnickschnack. Mit gutem Essen, einer Mischung aus regionaler und internationaler Küche und einem Platz draußen in der Sonne, von dem aus ich das Treiben in der Innenstadt beobachten kann – gerne an dem dann neuen Klosterplatz.

Jan-Erik Weinekötter, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V.

Dann würde ich innerstädtische Gastronomie und innerstädtischen Handel noch viel stärker „zusammendenken“.

Mein Lieblingsort wäre ein urbaner Raum voller Genuss, Inspiration und Erlebnis mit hoher Aufenthaltsqualität, in dem sich meine individuellen Bedürfnisse als Besucher, von Begegnung über Shopping und Essen oder auch nur dem schnellen Espresso, erfüllen werden und der mich trotzdem immer wieder aufs Neue überraschen kann!

Petra Pigerl-Radtke, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

Reservierungen, Bestellungen oder das Bezahlen werden in Zukunft noch digitaler und einfacher werden. Der eigentliche Wert guter Gastronomie bleibt aber die persönliche Begegnung.

Mein Lieblingsort in zehn Jahren ist deshalb einer, an dem Menschen weiterhin gerne genießen, sich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen.“

Umfrage: Corinna Bokermann

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