COFFEECOCKTAILS

Kalter Kaffee – das stand früher mal für ein abgestandenes Gebräu, das keiner mehr trinken mag. Heute liegt es voll im Trend. Heißt nur anders, nämlich „Cold Brew“.

KÜHLER KICK

Einen Unterschied gibt es natürlich schon: Der Kaffee wird ganz gezielt kalt zubereitet. Über mehrere Stunden in kaltem Wasser extrahiert, beinhaltet er deutlich weniger Säure und Bitterstoffe und schmeckt wunderbar fruchtig und erfrischend. Das macht ihn zur perfekten Grundlage für sommerliche Longdrinks und Cocktails – wahlweise mit oder ohne Alkohol.

Volle Aromen können sich natürlich nur dort entfalten, wo auch welche drin sind. Das bedeutet: Bei Cold Brew Coffee ist es fast noch wichtiger als bei heiß Aufgebrühtem, auf die hohe Qualität der Kaffeebohnen zu achten. Weiches Wasser ist ein zweiter entscheidender Faktor, um den vollen Geschmack rauszuholen. Puristen, die beim Kaffee ebenso viele Noten und Nuancen rauschmecken wie Weinliebhaber, genießen ihren „kalt Gebrauten“ am liebsten pur oder einfach auf Eis. Eine erfrischende Koffeinbombe für heiße Sommertage. Aber für alle, die mehr Abwechslung mögen, ist noch deutlich mehr drin. Statt Eiswürfeln zum Beispiel eine Kugel Vanilleeis.

Andere Mischungen unterstreichen die fruchtige Note und die feine Säure des Kaffees etwa durch Zugabe von frisch gepresstem Zitronensaft oder Orangen-Zesten. Wer den Trinkgenuss dagegen verlängern, aber die Koffeindosis verringern will, gibt mindestens die doppelte Menge Tonic Water hinzu. Der perfekte Longdrink, wenn die Temperaturen nach oben klettern. Wer dagegen seinen (heißen) Kaffee am liebsten mit Milch trinkt, kann hier das Aroma mit Mandelmilch unterstreichen. Klingt alles noch zu wenig nach Cocktail? Kein Problem. Cold Brew Coffee verträgt sich mit erstaunlich vielen Zutaten. Schokoladiges passt ebenso dazu wie beinahe alle Liköre mit Mandel-, Sahne- oder Nussaroma. Ob Baileys oder Amaretto – einfach mal ausprobieren, was am besten mundet. Aber auch Hochprozentigeres wie Rum, Whisky oder Gin ist ein guter Partner. Und wer selbst so gar keine Ideen hat: Bielefelds Barkeeper sind umso einfallsreicher. Einfach mal die Getränkekarten studieren und sich einen coolen Koffein-Kick mixen lassen.

TEXT: Stefanie Gomoll | FOTOS: iStock.com/Foxys_forest_manufacture

Bestimmt gefallen dir auch folgende Artikel

FLEISCH IST MEIN GEMÜSE…

Das wusste schon Autor und Entertainer Heinz Strunk. Allerdings tingelte seine Romanfigur als Musiker durch Gasthäuser, die Berge von Fleisch zweifelhafter Herkunft servierten. Mehr Masse als Klasse. Das geht auch anders. Wer ein richtig gutes Rindersteak genießen möchte, steht beim Metzger seiner Wahl vor einer riesigen Auswahl. Was darf’s denn sein? Rump- oder Hüftsteak? Chateaubriand oder Nacken?

WEG MIT DEN CORONAPFUNDEN

Mal Hand aufs Herz. Haben Sie auch in den vergangenen Monaten etwas mehr gegessen als sonst? Wurden Schoki und Co. liebgewonnene Seelentröster gegen die Tristesse der Corona-Einschränkungen? Oder vielleicht der Cocktail oder ein gutes Glas Wein?

GANZ SCHÖN BITTER

Bitter? Bäh! Das war lange Zeit die spontane Reaktion auf eine unterschätzte Geschmacksnote. Verständlich, schließlich war ein bitterer Geschmack ursprünglich eine Warnung: Vorsicht, könnte giftig sein. Zudem haben Züchter in den letzten Jahrzehnten unserem Obst und Gemüse noch die letzten Bitterstoffe ausgetrieben. Uns die Lust auf Bitteres quasi abtrainiert. Doch jetzt heißt es plötzlich: bitte bitter!

WEISSE MÜTZE GRÜNER DAUMEN

Nachdem Urban Gardening die Ballungsräume erobert hat, liegt jetzt auch in der Gastronomie der eigene Anbau von Obst, Gemüse und vor allem Kräutern im Trend. Genau genommen meint Gastro-Farming die Anzucht von frischem Grün auf Dach-Terrassen oder gar indoor mit eigens dafür kreierten Beleuchtungs- und Bewässerungssystemen. Doch das haben Bielefelds Kräuterköche gar nicht nötig. Die sprichwörtliche Großstadt im Grünen bietet nämlich genug Fläche, um Köstliches für die Küche auf altbewährte Art wachsen zu lassen.