FOOD IN KLEINEN PORTIONEN

DA GIBT’S WAS AUF DIE FINGER

Wahrscheinlich hätte es sich der Käse-Igel in den 1950ern nicht träumen lassen, dass er mal zum Evergreen von kalten Platten und Buffets avanciert. Natürlich wurde der beliebte Party Schlager immer weiter verfeinert und variationsreicher. Und vielleicht könnte man ihn sogar als Pionier des Fingerfoods bezeichnen – ein Trend, der gerade in den letzten Jahren bei Feiern aller Art und Veranstaltungen immer weiter auf der Überholspur bleibt.

Mit unterschiedlichstem Fingerfood trifft man garantiert den Geschmack der Gäste – denn hier ist Abwechslung Trumpf. Mit Fleisch und Fisch oder vegetarisch und vegan. Und bei den kleinen Portionen hat man die Chance, von allen Angeboten einmal zu naschen. Das ist ein unschlagbarer Vorteil gegenüber Tellergerichten. Auch in Anbetracht der zunehmenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann man es so (fast) jedem Gast recht machen. Und die liebevoll bunt gestalteten Platten mit den Mini-Snacks sind eine Augenweide und sorgen für jede Menge Gesprächsstoff. „Hast du das schon probiert? Musst du machen, die mediterranen Wraps sind ein Gedicht!“

Fingerfood kommt in den unterschiedlichsten Formen und Zusammensetzungen daher: gerollt, geschichtet oder auch in kleinen Gläschen. Das macht insbesondere beim Dessert eine Menge her. Gut, zugegeben bei der Gläschenvariante isst man meist nicht mit den Fingern, sondern braucht einen Löffel. Aber wir wollen nicht so streng sein. Denn klassisches Fingerfood ist nicht nur ungeheuer praktisch, sondern entspricht auch dem Anspruch der Gäste auf Nachhaltigkeit. Ganz klar, wer mit den Fingern isst, braucht weder Besteck noch einen Teller – und schon gar nicht aus Plastik. Eine Serviette reicht vollkommen. Und die gibt es heute sogar schon als kompostierbare Variante.

Der kleine Happen zwischendurch

Wer ein ganzes Buffet mit Fingerfood anbieten will, ruft entweder den Caterer seines Vertrauens an oder bringt selbst jede Menge Zeit mit und betrachtet die Vorbereitungen als Hobby. Aber es gibt natürlich auch einfache Rezepte, die selbst von Anfängern leicht bewältigt werden können. Man kann beispielsweise eine Quiche – auch hier gibt es je nach Geschmacksvorlieben mindestens 1.001 Rezept – auf dem Backblech zubereiten und anschließend in kleine Häppchen schneiden. Eyecatcher sind aufgrund der kräftigen Farbe Fingerfood mit Roter Beete, zum Beispiel kann man aus dem überaus gesunden Wintergemüse eine Tarte mit Feta und Tymian zaubern.

Lucky Luke – Das Kochbuch

Rauchende Kochtöpfe Mit der Neuerscheinung aus dem Hause House Egmont – den deutschsprachigen Fans des coolen Cowboys bestens bekannt – können gleich zwei Leidenschaften aufs Beste miteinander kombiniert werden: Leckeres Essen & Comics. Statt rauchender Colts gibt es qualmende Backöfen. Anlässlich des 75. „Lucky Luke“ Jubiläums erscheint die gebundene Ausgabe von „Lucky Luke Das Kochbuch – Rezepte und Geschichten aus dem Wilden Westen“. Mit 50 Rezepten aus der Tex-Mex-Küche können Kochlöffel-Cowboys daheim am Herd ihr kulinarisches Duell starten.
Ob coole Drinks oder scharfe Gerichte, wie zum Beispiel der Hotdog Rantanplan, das Geheim-Rezept der Dalton-Familie für Rote-Linsen Suppe, der Sheriff-Burger oder süße Highlights wie Calamity Janes Cookies und die Limonade Oklahoma – es ist für jeden Geschmack etwas dabei, egal ob Revolverheld oder Greenhorn am Kochtopf. Da läuft das Wasser im Mund schneller zusammen, als Lucky Lukes Schatten schießen kann.
Neben den Rezepten dürfen sich die Fans über ausgewählte Comicstrips und Bilder vom Lonesome Cowboy und seinen Gefährten, sowie eine ausführliche Zusammenfassung des Lucky Luke Universums freuen. Ein besonderer Comic Leckerbissen krönt am Ende des Buchs die Geschichte „Der französische Koch“, das Erstlingswerk aus dem Jahr 2003 des berühmten „Lucky Luke“ Zeichners Achdé.

Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen.

Johann Wolfgang von Goethe

Oder Möhren, Paprika und Co. in handliche Streifen schneiden und dazu einen leckeren Dip anbieten. Das Farbenspiel macht sich gut auf jeder Platte, denn das Auge isst ja bekanntlich mit. Weil die meisten Fingerfood-Varianten kalt serviert werden, hat man als Gastgeber auch keinen Stress in der Küche. Wenn die Gäste kommen, ist längst alles fertig auf ansprechenden Serviertellern angerichtet, so dass jeder gleich von Anfang an die Party genießen kann. Alles ganz entspannt. Besonders wenn man die kleinen Köstlichkeiten auf Stehtischen im Raum verteilt. So wird die Atmosphäre aufgelockert, weil jeder im Raum umher spaziert und mit jedem gleich ins Gespräch kommt. Das hat ein anderes Flair, als wenn das Essen am Tisch aufgetragen wird. Oft bleiben die Gäste wie festgetackert an ihrem Platz und unterhalten sich nur mit ihren direkten Tischnachbarn.

Rezeptideen

Blätterteig-Tomaten-Quadrate, Wraps mit Frischkäse und Putenbrust oder andere Leckerbissen nach Wahl, es gibt viele Rezeptideen, mit denen man in rund 15 Minuten einen leckeren Snack auf den Tisch bringen kann. Unser Tipp: Paprika-Schiffchen mit Frischkäse im Speckmantel
Zutaten:
3 Paprikaschoten in
verschiedenen Farben
200 g Frischkäse
1 EL Crème fraîche
1 Knoblauchzehe
12 dünne Bacon-Scheiben
Salz & Pfeffer
Die Paprikaschoten putzen und längs vierteln. So entstehen die kleinen „Schiffchen“.
Frischkäse, Crème fraîche und den gepressten Knoblauch zu einer cremigen Masse verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, hebt noch frische Kräuter unter. Die Paprika-Schiffchen mit der Frischkäse-Crème befüllen. Jedes Schiffchen mit einer Scheibe Bacon umwickeln und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
Im Ofen bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 35-45 Minuten backen, bis der Speck schön knusprig ist. Je nach Ofen kann die Backzeit ein wenig variieren. Anstelle von Frischkäse kann auch Schafskäse oder Feta zum Einsatz kommen.
Guten Appetit!

TEXT: Eike Birck

Foto: istock/sorendls

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